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Amarna-Archiv (Mitte 14. Jh. v. Chr.): Diplomatische Beziehungen mit Ägypten

Das Amarna-Archiv enthält Tontafeln in akkadischer Keilschrift. Es ist nach dem Fundort der Tontafeln Tell el-Amarna benannt und kann in die Zeit des Pharao Echnaton (1353–1336 v. Chr.) datiert werden. Ein Teil der Tontafeln umfasst Briefe, welche die Korrespondenz des ägyptischen Hofes mit den lokalen Herrschern der von Ägypten beherrschten Gebiete umfassen. Einige dieser Briefe sind aufschlussreich für die Organisation der ägyptischen Provinz Kanaan sowie für die beginnende Ablösung der kananäischen Stadtstaaten von der ägyptischen Herrschaft.

► In der Korrespondenz werden Auseinandersetzungen zwischen den Städten untereinander, aber auch mit den Hapiru (auch Habiru, Ḫapiru oder Ḫabiru) geschildert. Die Gruppe der Hapiru ist nicht als Bezeichnung einer bestimmten ethnischen Gruppe zu verstehen. Vielmehr wird der Begriff appellativisch für eine soziale Gruppe von MigrantInnen und Landesfremde verschiedener Herkunft verwendet. In der sozialen Rangordnung stehen die Hapiru noch unter den Sklaven, sie sind recht- und schutzlos. Die ägyptische Darstellung zeichnet die Gruppe als politische Gegnerin und Unruhestifterin. Dieses Bild ist jedoch dramatisiert. Welcher Einfluss den Hapiru zukommt und welche Rolle sie beim Untergang der Stadtstaaten am Übergang zur Eisenzeit I spielen, kann jedoch nicht genau belegt werden und wird kontrovers diskutiert. Es zeichnet sich aber als Konsens ab, dass sie nicht alleiniger Auslöser für den Untergang der Stadtstaaten waren.

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Erstellt von Katharina Neu, 2025.