Die moabitische Inschrift der Mescha-Stele stammt aus Dibon aus der zweiten Hälfte des 9. Jh. v. Chr. und liefert den ersten außerbiblischen namentlichen Beleg eines israelischen Königs. Dabei wird Omri als König Israels benannt, insofern sich der moabitische König Mescha rühmt, sich von ihm und dessen Sohn (vermutlich Ahas) losgesagt zu haben. Neben dem außerbiblischen Beleg für Omri und dessen Nachfolger kann die Stele daher auch ein Zeugnis für die weite Ausdehnung des Staates Israels bis in den (Süd-)Osten geben, wobei zugleich aber auch ein Machtverlust durch das Lossagen Moabs deutlich wird. Die Mescha-Stele ist darüber hinaus auch einer der ältesten Belege für den Gottesnamen des Gottes Israels. Sie erwähnt den Gottesnamen in Form des Tetragramms YHWH, wie er auch im Alten Testament geläufig ist.

► Auch 2Kön 3 berichtet vom Machtverlust Israels im Blick auf Moab. Hier wird Moab als Vasall der Omriden dargestellt, der Tributzahlungen leisten muss. Nach dem Tod Ahabs stellt Moab diese Zahlungen jedoch ein, sodass eine israelitisch-judäisch-edomitische Koalition unter der Führung von Joram gegen Moab in den Krieg zieht. Wenngleich die Koalition zunächst erfolgreich erscheint, so führt das Opfer des König Moabs dazu, dass die Truppen der Koalition abziehen und ihr bereits erobertes Gebiet abgeben müssen. In der biblischen Darstellung wird also eine zeitweise Annexion des moabitischen Gebietes durch Israel (Haus Omri) deutlich, die mit Mescha endet und sich mit der Mescha-Inschrift deckt. Christian Frevel verweist darauf, dass der Text der Mescha-Stele vor dem Hintergrund von 2Kön 3 gelesen werden kann. Nach Thomas Wagner hingegen berichten 2Kön 3 und die Inschrift der Mescha-Stele von verschiedenen Ereignissen. Dies wird nach Wagner daran deutlich, dass die Mescha-Stele fast ausschließlich Gebiete und Städte im Norden Moabs und Südosten Israels nennt, 2Kön 3 hingegen von Kriegsereignissen im Süden Moabs berichtet. Die beiden geschilderten Ereignisse fallen daher nicht zusammen. Dagegen könnte sprechen, dass die Kriegsereignisse im Süden möglicherweise eine Reaktion auf die moabitische Okkupation der Gebiete im Norden gewesen sind.
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Erstellt von Katharina Neu, 2025.